Tantra Massage

Tantramassage: Zwischen sexueller Lust und tiefem Wohlbefinden

Zusammenfassung

Tantramassagen sind sinnliche Ganzkörpermassagen, die auch den Intimbereich nicht auslassen. Sie dienen dazu, innere Spannungen und Blockaden abzubauen, in Einklang mit Deinem Körper zu gelangen und Deine sexuelle Energie in Fluss zu bringen.

Du möchtest Dich mal so richtig wohlfühlen und zugleich sexuelle Ekstase empfinden? Dann ist vielleicht die Tantramassage etwas für Dich. Denn diese heiße, aber sanfte Massagetechnik verbindet Dich nicht nur wieder mit Deinen Gefühlen, sondern nimmt Dich auch mit auf eine Reise ins Reich der Lust. Möglichkeit zum Orgasmus inklusive. Wir verraten Dir, was genau Dich bei dieser speziellen Massagetechnik erwartet, was sie kostet und wo Du in ihren Genuss kommen kannst.

 

Was ist eine Tantramassage?

Die Tantramassage ist eine ausgedehnte Massagepraktik, bei der jede Stelle des Körpers sensibilisiert wird – inklusive des Intimbereiches. Das Wort „Tantra“ steht dabei für „ausgedehnt“, auch im Sinne von „immerwährend“. Im Fokus der Praktik stehen die tiefe Entspannung des Klienten, der Genuss der Berührungen und das Erleben von sexueller Lust. Dass der Klient dabei einen Orgasmus erlebt, ist nicht ungewöhnlich. Er darf vorkommen, muss es aber nicht. Auch wenn die Tantramassage in höchstem Maße erotisierend wirkt, kommt es zwischen Klient und Masseur nicht zum eigentlichen Geschlechtsverkehr. Die Bezeichnung „Tantra“ steht für die bekannte indische Liebeskunst. Diese hohe Kunst der körperlichen Liebe schließt im Gegensatz zur Tantramassage den Akt mit ein.

 

Ziele der Tantramassage

Die Tantramassage hat das Ziel, dass:

  • Du Deinen Körper intensiv spüren lernst
  • Du mehr Energie hast
  • Du glücklicher und zufriedener wirst

  • Du Deine Liebesfähigkeit steigerst
  • Du Deine sexuelle Energie in den Fluss bringst
  • Du positive Körperempfindungen hast (ein ganzheitliches Wohlbefinden)
  • Du Deine eigenen Empfindungen bewusster wahrnimmst
  • Du Deine eigene Sexualität entdeckst
  • Du Deine eigene Lust genießt
  • Du Dich komplett in Deine Empfindungen während der Massage fallen lässt
  • Du eine tiefe Entspannung erlebst
  • Du plötzlich auftauchende Gefühle wie Wut, Angst oder Trauer zulässt
  • Du innere Spannungen und Blockaden abbaust

Die tantrische Philosophie

Im Mittelpunkt der tantrischen Massage steht die Wertschätzung und das liebevolle Annehmen des menschlichen Körpers, wie er eben ist. Die sanften Berührungen der Massage gelten nicht nur dem Körper, sondern auch der Seele des Klienten. Denn der Körper ist laut Tantra der Tempel für die Seele und wird daher mit all seinen Funktionen verehrt.

Sexuelle Energie freisetzen und innere Konflikte aufdecken

Durch die Anregung der sexuellen Energie im Körper können auch ungelöste seelische Konflikte an die Oberfläche treten und nach Verarbeitung verlangen. Wenn sich diese Blockaden lösen, äußert sich das während der Massage in Form von Wut, Trauer oder Frust. Daher kommt es häufig vor, dass Klienten während der sinnlichen Berührung weinen.

Tantramassage: Klient gibt sich ganz den Empfindungen hin

Der Klient darf den Masseur zuweilen zwar berühren, jedoch bleibt er hauptsächlich passiv und empfangend. Die tantrische Berührung stellt keinerlei Ansprüche an den Empfangenden. Der Mann oder die Frau soll lediglich genießen und sich wohlfühlen. Die Erfahrung, dass die eigenen Empfindungen im Mittelpunkt stehen und man nichts dafür zurückgeben muss, ist für viele Klienten sehr schön. Für das körperliche Wohlgefühl wird keine Gegenleistung erwartet.

Steigerung von Glück und Zufriedenheit durch Tantra?

Durch die Tantramassage soll die sexuelle Kraft, die die Tantra-Masseure im Bereich des Beckenbodens ansiedeln mit der Herzenergie verbunden werden. Die sexuelle Energie soll durch die Massage wieder in den Fluss gebracht werden, sodass Glück und Lebenszufriedenheit des Klienten zunehmen. Werden die körperlichen Blockaden aufgelöst, kann auch die sexuelle Energie wieder frei durch den Körper fließen.

Es geht nicht darum, durch das Erlebnis erleuchtet zu werden oder sich von Etwas zu befreien. Vielmehr geht es bei der Tantramassage darum zu erkennen, dass Vollkommenheit und Freiheit schon da sind. Man muss sie eben nur erkennen.

Beim Tantra gehören Sexualität und Spiritualität zusammen

In der Philosophie des Tantra sind Erotik und Spiritualität keine voneinander getrennten Bereiche. Beide gehören zum Menschsein dazu und werden somit als etwas Natürliches betrachtet. Daher wird der Intimbereich bei der Tantramassage auch nicht ausgeklammert. Die strikte Trennung von Sexualität und Spiritualität, wie sie etwa in der christlichen Religion besteht, gibt es im Tantra nicht. Der Mensch wird in seiner Ganzheit betrachtet und so wie er ist als göttliches Wesen verehrt. Die sexuelle Energie wird in der tantrischen Philosophie als Quelle der Lebenskraft verstanden. Ohne diese Energie gäbe es kein Leben auf unserer Erde. Daher sollte sie auch frei von Blockaden im Körper fließen können.

Die sexuelle Energie kann in wilder Ekstase münden. Das ist ein Zustand, in dem die mentale Kontrolle ausgeschaltet ist und man sich ungehemmt nur noch dem Lustempfinden hingibt. Es handelt es sich um einen erweiterten Bewusstseinszustand, der mit dem normalen nicht zu vergleichen ist. Du empfindest dann nur noch diese Erregung und Lust. Sie durchströmen Deinen ganzen Körper und Du denkst nicht mehr an Sorgen, Stress oder an die Erwartungen anderer. Du fühlst Dich frei.

Die eigenen Gefühle im Fokus

Der Empfänger der Tantramassage gibt sich ganz den sanften Berührungen hin. Er denkt nicht darüber nach, was er zurückgeben kann, sondern fokussiert sich nur auf sich, seine eigenen Empfindungen, den Genuss und das Erleben von sexueller Lust. 

Ablauf einer Tantramassage

 

1. Das Gespräch

Bevor der Masseur mit dem tantrischen Ritual beginnt, gibt es ein Vorgespräch zwischen Dir und dem Masseur. Das Gespräch, bei dem Ihr beide angezogen seid, dient dazu, Vertrauen und eine Beziehung aufzubauen. Zudem kannst Du Fragen stellen. Wichtig ist, dass Du den Masseur darüber informierst, ob Du körperliche oder psychische Beeinträchtigungen hast, damit dieser das bei der Behandlung berücksichtigen kann. Zwar folgt die Behandlung einem festen Ablauf, jedoch kannst Du von vorneherein Praktiken ausschließen, die Dir nicht zusagen. Auch während der Behandlung kannst Du natürlich jederzeit sagen, wenn Dir etwas unangenehm ist.

2. Die Massage

Im Anschluss an das Gespräch machst Du Dich frisch und ziehst Deine Sachen aus. Dann bedeckst Du Dich mit einem Wickeltuch (Lunghi) und legst Dich in der Regel auf ein Futon am Boden. Auch der Masseur – in den meisten Fällen eine Frau – arbeitet nackt. Die Tantramassage beginnt. Der Masseur empfiehlt Dir, Dich zu entspannen, tief zu atmen und Dich nur auf Deine Empfindungen während der Massage zu konzentrieren. Er reibt Dich am ganzen Körper mit einem warmen Öl ein und verwöhnt Dich daraufhin von Kopf bis Fuß mit sanften Berührungen. Die innigen Berührungen können Dich mit der Zeit in einen Zustand der tiefen Meditation versetzen. Die tiefe Entspannung führt häufig zu einem erweiterten Bewusstseinszustand.

Der Intimbereich wird als Letztes massiert. Dabei ist es durchaus in Ordnung, wenn Du eine sexuelle Erregung spürst. Wenn sich diese Erregung stimmlich oder durch schnellere Atmung bemerkbar macht, sollte Dir das nicht unangenehm sein. Bei der Tantramassage darfst Du Dich sexuell frei fühlen. Denn genau darum geht es bei dieser Massageform. Auch ein Orgasmus oder gar multiple Orgasmen infolge einer „Yoni-Massage“ oder einer „Lingam-Massage“ sollten Dir nicht peinlich sein, denn diese Lustgipfel sind eine willkommene Wirkung bei dieser Massagepraktik.

Die Yoni-Massage bei der Frau

Bei der Frau heißt die Massage des weiblichen Geschlechts „Yoni-Massage“. „Yoni“ steht hier also für die weiblichen Genitalien. Bei der Yoni-Massage werden die äußeren Schamlippen der Frau ebenso massiert wie die inneren, die Klitoris ebenso wie der Venushügel. Besonders pikant: Auch der G-Punkt und der Anus werden stimuliert. Denn auch im gesamten Bereich der Yoni können sich Spannungen aufgebaut haben, die durch die Yoni-Massage aufgelöst werden können. Somit werden bei der Yoni-Massage alle Lustzentren weiblicher Sexualität aktiv stimuliert.

Die Lingam-Massage beim Mann

Bei der Lingam-Massage geht es um das Verwöhnen des männlichen Geschlechts. Dabei werden neben dem Penis die Hoden, der Anus sowie die Prostata massiert. Die Lingam-Massage ist eine sinnliche Erfahrung, die den Mann in sexuelle Ekstase versetzen kann. Vor allem die Prostata – also der männliche G-Punkt, eine äußerst erogene Zone – wird sanft stimuliert.

3. Nachspüren und Nachgespräch

Nachdem der Masseur seine Behandlung beendet hat, ruht der Klient noch ein wenig und spürt seinen Empfindungen nach. Gerade wenn bei jemandem besonders heftige Empfindungen während der Massage aufgestiegen sind, bietet das Ruhen eine gute Möglichkeit der Verarbeitung. Am Ende steht ein Abschlussgespräch. Dabei bespricht der Masseur das Erlebnis mit dem Klienten.

Tantramassage als Paar

Tantramassagen können Beziehungen festigen und intensivieren, denn beim Austausch der sanften Berührungen kommt man sich als Paar körperlich und emotional sehr nah.

Für wen ist die Tantramassage geeignet?

Grundsätzlich kann jeder Erwachsene eine Tantramassage durchführen lassen – egal ob Mann oder Frau. Du kannst eine Massagepraxis entweder als Paar oder als Einzelperson aufsuchen. Besonders profitieren Menschen von der Massagetechnik:

  • die sexuelle Störungen haben (wie eine verringerte Libido)
  • die sich mehr Lebensenergie wünschen
  • die sich mehr Glücksgefühle und Lebenszufriedenheit wünschen
  • die sich wieder mehr mit ihren Gefühlen und Wahrnehmungen verbinden wollen

Wo findet eine Tantramassage statt?

Die Massagepraxen, in denen eine Tantramassage durchgeführt wird, sind gemütlich eingerichtet und sauber. Du kannst Dich darin wohlfühlen und bist durch den geschlossenen Raum gut geschützt.

Wo kann ich eine Tantramassage durchführen lassen?

In vielen großen Städten wie Berlin, Hamburg oder Köln kannst Du in den Genuss zertifizierter Masseure kommen, die die Tantramassage bei Dir durchführen können. Spezielle Seminare und Workshops werden ebenfalls vielerorts angeboten. Darin erlernen Du und Dein Partner, wie Ihr Euch mit dieser innigen Form der Berührung verwöhnen könnt. Möchtest Du selbst die hohe Kunst der Tantramassage erlernen, um als Ausbilder zu arbeiten, schaust Du am besten im Internet beim Tantramassage-Verband e.V. nach, in welchen deutschen Städten eine Ausbildung angeboten wird.

Womit wird massiert?

Der Masseur arbeitet vorwiegend mit seinen Händen. Zum besseren Gleiten über den Körper werden sie mit Öl benetzt. Zuweilen können aber auch weiche Federn und warme Tücher zum Einsatz kommen.

Dauer der Tantramassage

Eine Sitzung inklusive Vor- und Nachgespräch dauert zwischen 2 und 4 Stunden.

Was kostet eine Tantramassage?

Die eigene Sinnlichkeit zu entdecken und zu erforschen, ist leider nicht ganz billig. Wenn Du eine Tantramassage in Anspruch nehmen möchtest, musst Du pro Sitzung je nach Anbieter, Art der Behandlung und tatsächlicher Dauer mit 250 bis 500 Euro rechnen. Wenn Du die Technik in einem Workshop erlernen möchtest, kann dieser Dich schon mal 700 Euro kosten.

Kommt es bei der Tantramassage zum Geschlechtsverkehr?

Die meisten Tantramasseure bieten lediglich die „weiße Tantramassage“ an, auch wenn dies nicht explizit irgendwo steht. Bei dieser Praktik ist Geschlechtsverkehr zwischen Klient und Masseur absolut nicht verhandelbar. Bei der „roten Tantramassage“ hingegen ist der Akt meist fester Bestandteil der Praktik und wird im Rahmen des Maituna Rituals zelebriert. Bei diesem Ritus wird mit dem Tantra-Sex die körperliche Vereinigung von Yin (das Weibliche) und Yang (das Männliche) im Zuge des Schöpfungsakts nachgestellt.

Hat man bei der Tantramassage immer einen Orgasmus?

Nicht zwangsläufig. Aber die Berührungen am ganzen Körper ermöglichen ein intensives Gefühlserleben, das überwältigend sein und in einem Orgasmus münden kann. Wenn er aber nicht eintritt, ist das auch in Ordnung. Am wichtigsten ist die Wahrnehmung der Berührungen, die am ganzen Körper erlebbar sind. Viele Menschen genießen es auch mal, sich ganz dem Empfangen hinzugeben und sich keine Gedanken darum zu machen zu geben.

Kann Tantra meine Beziehung vertiefen?

Wenn Ihr einen Kurs in der Tantramassage absolviert habt, kann das Eure Beziehung auf jeden Fall intensiver machen. Denn der Austausch der sanften Berührungen impliziert, dass man sich einander Aufmerksamkeit, Zeit und Liebe schenkt. Mann und Frau kommen sich durch die Berührungen körperlich und emotional sehr nahe. Das alles führt dazu, dass eine Paarbeziehung gefestigt und intensiviert wird.