Squirting – die weibliche Ejakulation

Zusammenfassung

Squirting oder auch die weibliche Ejakulation gilt als die Krönung eines heißen Liebesspiels. Zu diesem glückseligen Ereignis gelangt die Frau durch Geschlechtsverkehr mit dem:r Partner:in oder durch Masturbation. Im Moment größter Erregung sondert die Frau dann ein spezielles Sekret ab, ganz ähnlich wie der Mann im Augenblick seines Orgasmus. Wie Du Squirten lernen kannst und warum im Grunde jede Frau dazu fähig ist, erfährst Du hier.

Was ist Squirting?

Das Wort „Squirting“ kommt aus dem Englischen und bedeutet soviel wie „spritzen“ oder „abspritzen“. Damit ist das Freisetzen einer speziellen Flüssigkeit gemeint, die praktisch jede Frau bei starker sexueller Erregung freisetzen kann. Dabei handelt es sich aber eher um ein Auslaufen als um ein wirkliches Spritzen wie bei einem männlichen Orgasmus. In der Regel tritt das weibliche Ejakulat bei fortgeschrittener Stimulation des G-Punkts der Frau aus der Harnröhre aus. In vielen Fällen wird sie von einem Orgasmus begleitet. Der G-Punkt der Frau liegt etwa vier bis sechs Zentimeter tief in der Vagina – und zwar an der vorderen Scheidenwand.

Wird beim Squirten Urin freigesetzt?

Hier gehen die Meinungen der Expert:innen auseinander. Bislang ging man davon aus, dass weibliches Ejakulat nicht aus Urin besteht. Doch in jüngeren Studien fand man nun heraus, dass das Squirting-Sekret wohl doch Urin ist, da es aus der Blase abgesondert wird. Zumindest soll es sich zu einem großen Teil der Flüssigkeit um Urin handeln.

Offenbar sondern manche Frauen bei der weiblichen Ejakulation noch eine weitere Flüssigkeit ab, die im Moment großer Lust aus den Skene-Drüsen (der weiblichen Prostata) freigesetzt wird. Dieses weibliche Ejakulat ist eine wässrige, milchige Flüssigkeit, die ganz anders als Urin riecht und aussieht. Ihr Geruch ist eher neutral. Da es sich um einen natürlichen Vorgang des weiblichen Körpers handelt, muss sich weder ein Mann noch eine Frau vor dem weiblichen Ejakulat ekeln. Auch muss sich die Frau für dieses Sekret bestimmt nicht schämen.

Squirting Anleitung: So bekommst Du eine Ejakulation

Um die weibliche Ejakulation zu erleben, gehe beim Solo-Sex oder beim gemeinsamen Liebesspiel folgendermaßen vor:

  1. Um Dich fallenlassen zu können, brauchst Du Ruhe. Sorge also dafür, dass Du Dich ungestört eingehend mit Dir befassen kannst.
  2. Statte vorher der Toilette noch einen Besuch ab, damit Deine Blase leer ist.
  3. Lege Dir ein Handtuch unter den Körper.
  4. Beim gemeinsamen Squirting-Experiment: Verwöhnt Euch gegenseitig mit einem schönen Vorspiel.
  5. Benutze ein wenig Gleitgel.
  6. Positioniere ein Kissen unter Deinem Po, damit Du die wichtige Zone leichter erreichst.
  7. Bringe Dich mit einer Massage Deines G-Punkts in Wallung, indem Du Mittel- und Ringfinger etwa sechs Zentimeter tief in die Vagina einführst. Achtung: Lange Fingernägel haben hier keinen Zutritt! An der vorderen Scheidenwand müsstest Du auf eine strukturierte Oberfläche stoßen. Bingo: Diese erhabene Fläche ist der weibliche G-Punkt. Spiele an dieser Stelle mit Reibung, unterschiedlichem Druck und verschiedenen Geschwindigkeiten. Du kannst natürlich auch einen Vibrator zur Hilfe nehmen. Verwöhne Deine Schamlippen und Deine Klitoris ebenfalls mit sanftem Druck und zärtlicher Reibung.
  8. Zusätzlich zur Stimulation des Intimbereichs legst Du die andere Hand auf das Schambein und übst hier Druck aus. So erzeugst Du einen Rückstau der Flüssigkeit in den Skene-Drüsen.
  9. Ist Deine Erregung stark genug, fühlt es sich so an, als würdest Du pinkeln müssen. Dies ist der Moment kurz vor dem Squirten. Gib diesem Entladungsdrang nach und entspanne die Beckenbodenmuskulatur. Nun können die Skene-Drüsen das angesammelte weibliche Ejakulat durch die Harnröhre abspritzen.

Kann jede Frau squirten?

Im Prinzip schon. Doch fällt es manch einer Frau leichter, einer anderen schwerer. Squirten an sich ist aber ein natürlicher Vorgang, der von jeder Frau erlernt werden kann. Denn jede Frau verfügt über die dafür notwendige Ausstattung. Forscher:innen vermuten, dass bei Frauen, denen es leichtfällt zu ejakulieren, die weibliche Prostata eine bestimmte Größe und Lage hat. Auch ist bei diesen Frauen die Beckenbodenmuskulatur oft sehr kräftig. Weitere Faktoren, die das Squirten fördern, sollen eine große sexuelle Lust und die Fähigkeit zur Entspannung beim Orgasmus sein. Übrigens: Das Squirten kann mit einem Orgasmus einhergehen, muss es aber nicht zwangsläufig.

Doch am wichtigsten ist: Setze Dich beim Squirting-Training wie auch beim Orgasmus-Training nicht unter Druck. Wenn es bei diesem Mal nicht klappt, gelingt es Dir vielleicht beim nächsten Mal. In der Regel müssen Frauen, die beim Sex nicht ganz spontan squirten, zunächst etwas üben.

Welche Sexstellung bietet sich zum Squirten an?

Die eine Position, die das Abspritzen der Frau besonders fördert, gibt es nicht. Möchtest Du das Squirten in das gemeinsame Liebesspiel mit Deinem:r Partner:in einflechten, wählst Du am besten eine Stellung aus, in der Du liegst. In dieser Position – am besten noch mit einem Kissen unter dem Po – kann Dein:e Partner:in Deinen G-Punkt mit der Hand oder dem Penis optimal stimulieren. Womöglich gelingt das lustvolle Spritzen auf die Art leichter.  

Empfehlenswert ist aber auch die Reiterposition. Wenn die Frau dabei ihren Oberkörper leicht nach hinten neigt, kann der Penis ihren G-Punkt besonders gut erreichen und stimulieren.

Mit Beckenbodentraining zum Squirten

Ein starker Beckenboden ist nicht nur das A und O, um tolle Orgasmen – inklusive multipler Orgasmen – zu erleben. Auch beim Squirten kann Dir eine starke Beckenbodenmuskulatur nützlich sein. Denn in der Regel haben die Frauen, die mit Leichtigkeit beim Sex abspritzen, hier sehr kräftige Muskeln. Um die Beckenbodenmuskeln zu stärken, kannst Du folgende Übung mehrmals in der Woche durchführen:

  1. Lege Dich mit aufgestellten Beinen auf den Rücken. Die Füße stehen hüftbreit auseinander.
  2. Bringe nun ausatmend das Becken nach oben, sodass Oberschenkel und Oberkörper eine Linie bilden. Spanne dabei aktiv den Beckenboden an.
  3. Lege Dein Becken nun wieder ab und atme dabei ein. Lasse den Beckenboden wieder locker.
  4. Wiederhole die Übung etwa zehnmal.

Squirten ist kein Pflichtevent

Sind beide Partner:innen mit ihrem Sexualleben zufrieden, müssen sie nicht jeden Sex-Hype mitmachen. Das gilt auch für das Squirten. Die weibliche Ejakulation ist nichts, was eine Frau unbedingt beherrschen sollte, um im Bett als Granate zu gelten. Wenn Du aber gerne Neues ausprobierst und um eine Erfahrung reicher sein möchtest, dann kannst Du das Abspritzen gerne mit oder ohne Partner:in üben. Wer weiß: Vielleicht bereichert das Ejakulieren Euer Liebesleben ja ungemein und Dein:e Partner:in fährt völlig darauf ab?