Sexuelle Unlust: Mann ohne Libido – Was hilft?

Zusammenfassung

Männer können doch immer und überall. Soweit das gängige Klischee. Doch in Wahrheit steht auch der Mann nicht immer seinen Mann. Er redet nur selten darüber, wenn ihm die Lust zur Last wird. Welche Gründe es für den Libidoverlust beim Mann gibt und was man (oder Frau) gegen die Flaute im Bett tun kann, erfährst Du hier.

Wie viele Männer haben Probleme mit der sexuellen Lust?

Sicherlich ist es schwierig, hier verlässliche Aussagen zu treffen. Viele Studien zu dem Thema sind möglicherweise Mogelpackungen. Denn man kann nicht ausschließen, dass Männer mit wenig oder keinem Sex in einer solchen Befragung unehrlich antworten. Doch mal angenommen, die Männer lassen hier den intimen Blick in ihr Liebesleben zu. Dann sollen es etwa 15 Prozent der Männer sein, für die sexuelle Unlust in der Beziehung ein Thema ist. Der Mangel an sexueller Lust steht sogar an zweiter Stelle der möglichen Probleme rund um die Sexualität. Übrigens sind nicht nur ältere Männer von sexueller Lustlosigkeit betroffen, sondern durchaus auch schon die jüngeren.  

Ursachen für den Libidoverlust

Doch wie kommt es zu der Depression im Schlafzimmer? Die Ursachen für den Lustverlust sind vielfältig – und nicht immer einfach aufzuspüren. Daher haben wir hier mögliche Gründe für Dich zusammengestellt. Infrage kommen demnach:

  • chronischer Stress
  • ungesunder Lebensstil
  • Partnerschaftsprobleme
  • Selbstzweifel (Versagensängste, negatives Selbstbild)
  • überhöhte sexuelle Erwartungen an den:die Partner:in oder an sich selbst
  • Midlife-Crisis
  • nicht gelebte sexuelle Vorlieben
  • psychische Probleme wie eine Depression
  • eine körperliche Erkrankung oder Störung
  • Medikamente
  • das Älterwerden (ab 40 kann es zum Testosteronmangel kommen)
  • vorzeitiger Samenerguss

Stress: Killer Nr. 1 der natürlichen Lust

In den meisten Fällen ist der Grund für den Libidoverlust seelischer Natur. Anhaltender Stress ist oft die Ursache Nr. 1 für ein nachlassendes sexuelles Verlangen beim Mann. Vielleicht ist der Mann beruflich stark eingespannt und hat zusätzlich noch Stress in der Familie durch einen Alltag mit Kindern oder der Pflege eines Elternteils. Auch finanzielle Probleme und andere außerordentliche Belastungen schlagen sich auf die Libido nieder.

Probleme in der Beziehung als Grund für den Libidoverlust

Ebenfalls eine häufige Ursache für eine schwächelnde Libido: Probleme in der Partnerschaft. Wenn ein Partner den anderen respektlos behandelt und viel gestritten wird, wird die Leidenschaft zwischen beiden recht schnell erlöschen. Denn emotionale Kränkungen gehen auch an einem Mann nicht spurlos vorüber – auch wenn das manche Frauen glauben. Doch bei ständigen Disharmonien zieht er sich irgendwann aus der Beziehung zurück – nicht nur emotional, sondern auch sexuell. So führen Wut, Ärger und Enttäuschung beim Mann irgendwann zum Libidoverlust.

Auch Kommunikationsprobleme in der Partnerschaft können dazu führen, dass die Lust flöten geht. Vielleicht tauscht Ihr Euch nicht über Eure Wünsche aus? Womöglich kommt daher die Lustlosigkeit. Denn wenn Du nicht weißt, was Deinen Mann sexuell erregt, kannst Du ihn in dieser Hinsicht auch kaum zufriedenstellen.

Selbstzweifel als Grund für eine geringe Libido

Auch ein Mann kann – wie die Frau auch – mit Selbstzweifeln kämpfen. Diese können negative Folgen für seine Sexualität haben. Womöglich findet sich der Mann nicht attraktiv genug für seine:n Partner:in. Andere Männer haben Versagensängste, etwa weil sie fürchten, im Bett nicht gut zu performen oder weil sie Angst haben, dass Ihr bestes Stück sie im entscheidenden Moment im Stich lässt. Wer würde bei solchen Ängsten nicht sein sexuelles Verlangen verlieren? 

Körperliche Ursachen für den Libidoverlust

Sexuelle Unlust oder eine schwache Libido können auch körperliche Gründe haben. So kann beispielsweise eine Krankheit oder körperliche Störung bei Deinem Partner für den Libidoverlust verantwortlich sein. Folgende Krankheiten oder Störungen kommen als Ursache für sexuelle Unlust in Betracht:

  • Niereninsuffizienz
  • Herzinsuffizienz
  • Schlaganfall
  • neurologische Erkrankungen wie z.B. Multiple Sklerose
  • Übergewicht
  • Diabetes
  • Schilddrüsenerkrankungen (z. B. Unterfunktion der Schilddrüse)
  • Störungen der Hirnanhangdrüse
  • sexuelle Funktionsstörungen (Errektionsstörungen)
  • Testosteronmangel
  • Eisenmangel
  • Leberzirrhose (Schrumpfleber)
  • Einnahme von Medikamenten (Entwässerungsmittel, Mittel gegen hohe Blutfettwerte, ACE-Hemmer, AT1-Antagonisten, Betablocker, bestimmte Antidepressiva, Haarwuchsmittel)

Sexuelle Unlust beim Mann: Folgen für die Partnerschaft

Manche Paare können mit der Lustlosigkeit und dem Verzicht auf Sex gut leben. Doch den meisten Menschen ist eine intakte Sexualität wichtig. Denn wenn im Bett Flaute herrscht, fehlt Frau oder Mann meist die körperliche Nähe des Partners. Die meisten möchten sich begehrt fühlen und die Liebe ihres Mannes auch körperlich zu spüren bekommen. So kann aus dem Lustverlust schnell Beziehungsfrust entstehen, wenn der Mann den:die Partner:in bei Annäherungsversuchen stets zurückweist. Dadurch kann eine Partnerschaft den Boden unter den Füßen verlieren und im schlimmsten Fall zerbrechen. Phasenweise kann die Libido in einer längeren Beziehung mal herabgesetzt sein. Doch sollte dieser Zustand möglichst nicht zu lange andauern. Unser Tipp daher: Werde aktiv, wenn Euer letztes Stelldichein schon zu lange her ist und Du damit unglücklich bist.   

Libidoverlust beim Mann: Was hilft?  

Die amerikanische Paartherapeutin und Autorin Michele Weiner-Davis macht betroffenen Paaren Mut. Sie sagt, jede Partnerschaft, in der sexuelle Unlust ein Thema ist, kann wieder zu einer sexuellen Blüte zurückfinden. Es gilt, die Ursachen dafür herauszufinden und diese zu beheben.

Tipp 1 gegen sexuelle Unlust beim Mann: Toleranz von Durststrecken

Unser erster Tipp mag seltsam klingen, aber: Habe Verständnis für Deinen Mann und seine verminderte Libido. Auch wenn nicht jeder es an die große Glocke hängt. Dürreperioden im Bett kommen häufiger in Beziehungen vor, als Du denkst. So what? Lass Deinem Partner etwas Zeit, eine stressige Phase hinter sich zu bringen. Kehrt wieder mehr Ruhe in Eurem Leben ein, dann geht es auf Eurer Liebeswiese bestimmt wieder etwas bunter zu. Vielleicht seid Ihr in eine neue Lebensphase, etwa mit Kindern, eingetreten und müsst Euer Sexualleben erstmal an die neuen Gegebenheiten anpassen. In dem Fall sind Gelassenheit und Geduld das Gebot der Stunde.    

Tipp 2 für eine bessere Libido: Klärt Konflikte in der Beziehung      

Offenheit in einer Beziehung ist sehr wichtig. Redet über Eure sexuellen Wünsche, sodass sich die Lust wieder Bahn brechen kann. Warum nicht mal Ungewöhnliches im Bett ausprobieren? Fesselspiele, Sextoys oder Rollenspiele können seiner Lust – und natürlich auch Deiner – neuen Auftrieb verleihen.

Sprich offen an, dass Du mit der Sexflaute unglücklich bist – aber bitte ohne Schuldzuweisungen in Richtung Deines Partners. Schaut gemeinsam, wie Ihr das Problem hinter der fehlenden Lust wieder in den Griff bekommen könnt. Auch wichtig: Klärt Konflikte am besten immer gleich. Wenn Du merkst, dass sich Wut oder Enttäuschung Deinem Mann gegenüber breit gemacht, hat, weil er Dich gekränkt hat, redet darüber. Denn nur so können sich negative Emotionen, die zwischen Euch stehen, auflösen und wirken sich nicht mehr negativ auf die Lust aus. Vielleicht hat auch Dein Mann Dir einiges zu sagen, was ihn an Dir stört. Gehen die Beziehungsprobleme tiefer, kann Euch ein:e Paar- und Sexualtherapeut:in weiterhelfen.

Tipp 3 für mehr sexuelle Lust: Ärztliche Untersuchung und Behandlung

Um hinter die Ursachen für eine geringe Libido zu kommen, kann auch eine ärztliche Untersuchung helfen. Denn nur wenn eine körperliche Beeinträchtigung wie eine Hormonstörung oder Durchblutungsstörung erkannt wird, kann sie auch behandelt werden. Denn mit der Behandlung der Krankheit nimmt häufig auch die sexuelle Lust wieder an Fahrt auf. Achtung: Oftmals sind es aber auch die Medikamente gegen eine Erkrankung, die zum Libidoverlust beim Mann führen. Hier sollte der Mann also genau nachfragen, welche Medikamente sich auf die sexuelle Lust auswirken. Womöglich kann ein alternatives Medikament die sexuelle Lust wieder auf ein normales Level anheben.   

Tipp 4 bei Sexfrust: Seid gut zueinander

Dem Partner dauernd seine Schwächen vor Augen führen? Keine gute Idee, wenn Du wieder Sex mit ihm haben möchtest. Dauermeckern ist ein echter Sexkiller und verwandelt den:die schönste:n Partner:in in einen Besen. Stattdessen solltest Du das Selbstbewusstsein Deines Mannes häufiger mal streicheln. Lobe ihn, behandle ihn mit Respekt. Sage ihm bei passender Gelegenheit, dass Du ihn dafür bewunderst, wie toll er sich um die Familie kümmert oder wie lecker er für Dich gekocht hat. Komplimente wirken Wunder. Denn so bekommt er die Rückmeldung von Dir, dass Du ihn noch anziehend findest. Ein toller Ego-Booster! Wenn Ihr ein gutes Miteinander und einen wertschätzenden Kommunikationsstil pflegt, kommt beim Mann auch die Lust auf Sex zurück – zumindest wenn ein Konflikt zwischen Euch die Ursache für den Libidoverlust war. 

Tipp 5 gegen männliche Unlust: Feste Zeiten für Zweisamkeit einplanen

Keine Angst – Du sollst nicht auf Knopfdruck Sex haben. Denn wo die Lust fehlt, kommt man mit Druck nicht weiter. Was aber möglich ist, ist einen festen Termin in der Woche auszumachen, an dem Ihr Euch Zeit füreinander nehmt: Kuscheln plus, wenn Du so willst. Hier geht es darum, dass Ihr dem anderen zeigt, dass Ihr es Euch wert seid, Euch Zeit füreinander zu nehmen. An diesem Termin könnt Ihr miteinander kochen, kuscheln, einen besonderen Film anschauen, den anderen mit einer Massage verwöhnen oder anderes tun, was Euch guttut.

Dabei soll diese Begegnung aber nicht von vornherein als Sexdate angelegt sein. Wenn es dabei zu Sex kommt, ist es natürlich schön. Aber im Grunde geht es darum, Euch einander wieder näherzubringen. Es soll den Raum für Momente intensiver Zweisamkeit eröffnen. Macht Euch keine Gedanken darum, wie oft Ihr in der Woche Sex haben solltet. Schaut einfach, dass Ihr hier zu einer Häufigkeit kommt, mit der Ihr beide gut leben könnt.

Tipp 6 gegen eine schwächelnde Libido: Gesunde Lebensweise kann Wunder wirken

Gegen Unlust kann auch eine gesunde Lebensführung helfen. Mehr schlafen, vollwertiger essen, mehr bewegen. Durch diese Veränderungen im Lebensstil allein kann sich die Lustlosigkeit schon in Luft auflösen. Viel frisches Obst und Gemüse, daneben Vollkornprodukte und Nüsse können wahrhaft aphrodisierend wirken. Letztere etwa enthalten die libidofördernden Omega-3-Fettsäuren, die einem niedrigen Testosteronspiegel auf die Sprünge helfen.

Von A wie Avocado bis Z wie Zimt – viele Lebensmittel sind natürliche Lustverstärker. Zum Beispiel können neben dunkler Schokolade und Aprikosen auch Chili, Wassermelone, Austern, Ginkgo, Granatapfel, Erdbeeren, aber auch Eier und Fisch der männlichen Unlust ein Schnippchen schlagen. Schadet also nicht, wenn Du Deinem libidoschwachen Mann etwas natürliche Medizin verabreichst. Viel Spaß beim Vernaschen!