Sex bei Blasenentzündung: Ohjaa oder Auaa?

Zusammenfassung

Sex bei einer Blasenentzündung ist eher nicht zu empfehlen. Wir nennen Dir acht Gründe dafür. Außerdem geben wir Dir Tipps, wie Du einer Blasenentzündung vorbeugen kannst.

Dauernd läufst Du zur Toilette. Das Wasserlassen ist eine Qual und Du fühlst Dich elend: Eine Blasenentzündung (Zystitis) ist wirklich kein Spaß. Viele Frauen wollen dann nur ihre Ruhe. Wilde Sexabenteuer stehen da eher nicht auf dem Programm. Wenn Du aber trotz Symptomen Lust verspürst, fragst Du Dich vielleicht, ob Sex in der Situation eine gute Idee ist und wenn ja, was dabei zu beachten ist. Wir haben für Dich nachgeforscht.

Ist Sex bei einer Blasenentzündung erlaubt?

Geschlechtsverkehr ist während einer Blasenentzündung nicht verboten, aber auch nicht empfehlenswert. Denn bei einer entzündeten Blase handelt es sich um eine bakterielle Infektion, die in Ruhe ausheilen sollte, bevor Du Dich wieder den sinnlichen Freuden hingibst. Jegliche zusätzliche Reizung der empfindlichen Schleimhäute kann die Heilung behindern.

Was ist eine Blasenentzündung?

Eine Blasenentzündung ist eine bakterielle Infektion der ableitenden Harnwege, vor allem der Harnblase. Meist lösen Escherichia coli oder Enterokokken die Entzündung aus. Die Erreger gelangen in die Harnröhre und steigen von dort in die Blase auf. Nun reagieren die Schleimhäute von Harnröhre und Blase auf die Bakterien mit einer Entzündung, die zu den typischen Beschwerden führt. Dazu gehören ein ständiger Harndrang, häufiges Wasserlassen, Schmerzen sowie das typische, unangenehme Brennen beim Urinieren. Auch Blut im Urin ist möglich.

Ursachen und Risikofaktoren einer Blasenentzündung

Frauen haben ein höheres Risiko für eine Blasenentzündung, da bei ihnen der Abstand zwischen Anus und Harnröhre sehr klein ist. Beim Mann ist das Risiko für eine Erkrankung deutlich geringer. Anfällig ist eine Frau für einen Harnwegsinfekt, wenn sie ein geschwächtes Immunsystem, etwa bei einer Diabetes-Erkrankung hat. Aber auch wenn ihr hormonelle Veränderungen wie in den Wechseljahren zu schaffen machen. Als Ursache kommt aber auch eine zu intensive und falsche Intimhygiene in Betracht. Auch sehr häufiger Geschlechtsverkehr (Honeymoon-Zystitis) oder bestimmte Sexualpraktiken wie der Wechsel von Analverkehr zum Vaginalverkehr kann die Übertragung von Keimen fördern.

8 Argumente gegen Sex bei Blasenentzündung

Was gegen Geschlechtsverkehr bei einer Entzündung der Blase spricht? Jede Menge! Wir haben die 8 wichtigsten Gründe zusammengetragen:

  1. Wegen der Entzündung in Harnröhre und Blase sind Berührungen im Intimbereich für die Frau sehr unangenehm.
  2. In der Regel fühlt sich die Frau mit einer Blasenentzündung krank und hat Schmerzen im Unterleib.
  3. Durch den Geschlechtsverkehr können weitere Bakterien in die Harnröhre gelangen und die Symptome verstärken. Oft wird eine Entzündung der Blase sogar erst durch häufigen Sex ausgelöst („Honeymoon-Zystitis“).
  4. Es besteht ein höheres Risiko, dass die Keime sich durch den Akt ausbreiten und bis in die Nieren aufsteigen. Dort können sie dann unter Umständen eine Nierenbeckenentzündung auslösen.
  5. Durch die Reibung beim Geschlechtsverkehr können die Beschwerden der Frau ebenfalls weiter zunehmen.
  6. Du kannst Deine:n Partner:in mit den Erregern der Zystitis anstecken. Zwar ist eine Blasenentzündung beim Mann sehr selten. Aber er kann Dir die Erreger beim nächsten Stelldichein wieder unfreiwillig zuspielen. Ein gemeiner Ping-Pong-Effekt!
  7. Wenn Du zur Behandlung ein Antibiotikum einnimmst, kann das Medikament möglicherweise die Wirkung der Pille herabsetzen. Wenn Du also mit der Pille verhütest und Sex trotz Blasenentzündung hast, denk an ein Kondom. Ohne Kondom muss der Empfängnisschutz nicht in vollem Umfang gewährleistet sein.  
  8. Ein Antibiotikum fördert das Auftreten von Scheidenpilz. Durch Geschlechtsverkehr erhöht sich das Risiko für den lästigen Scheidenpilz noch zusätzlich. Also ist Sex mit Antibiotika gar nicht sexy!

Wie lange sollte ich auf Sex bei Blasenentzündung verzichten?

Ärzt:innen empfehlen, sich bei einer Blasenentzündung solange mit Sex zurückzuhalten, wie die Beschwerden andauern. Solange sind nur Kuscheln und sonstige Liebkosungen des Körpers drin. Sobald Du keine Beschwerden mehr hast, kann Dein:e Partner:in sich wieder ausgiebiger mit Dir befassen. Ein guter Richtwert ist hier übrigens der Wirkungsbeginn des Antibiotikums. Das Antibiotikum beginnt in der Regel am dritten Tag nach der Einnahme zu wirken, sodass Du am vierten oder fünften Tag nach Einnahmestart wieder Sex haben kannst – sofern Du keine Beschwerden mehr hast.

Wie kann ich einer Blasenentzündung vorbeugen?

Du gehörst zu den Frauen, die häufig an einer Blasenentzündung leiden? Dann hilft es Dir bestimmt, wenn Du erfährst, dass Du einer künftigen Entzündung unter Umständen vorbeugen kannst – mit diesen 6 Tipps!

  • Tipp 1: Gerade wenn Du zur Honeymoon-Zystitis neigst, gehe immer direkt nach jedem Geschlechtsverkehr zum Wasserlassen zur Toilette. Denn so werden die Keime ausgespült, ehe sie Dir Ärger machen können.   
  • Tipp 2: Ziehe Deine nasse Badekleidung nach einem Aufenthalt im Wasser immer sofort aus. So entziehst Du den Bakterien ihre Grundlage, die Feuchtigkeit. Denn eine häufige Ursache für eine Blasenentzündung ist, wenn eine Frau beim Baden zu lange die nasse Badewäsche trägt.
  • Tipp 3: Achte darauf, ausreichend Wasser zu trinken, sodass Deine Harnwege immer gut durchgespült werden. Mindestens zwei Liter pro Tag sollten es schon sein, um lästige Bakterien zu vertreiben.
  • Tipp 4: Wenn Ihr von Analsex auf Vaginalverkehr umstellt, bitte immer ein neues Kondom benutzen. So vermeidest Du, dass sich Darmbakterien in die Harnröhre verirren.
  • Tipp 5: Verwende zum Reinigen der Scheide nur warmes Wasser, sodass die natürliche Scheidenflora ihre Schutzfunktion erfüllen kann. Aggressive Duschgele oder zu viel Intimwaschgel können die Schutzfunktion der Schleimhäute herabsetzen, wodurch Bakterien schnell eindringen können. Wasche außerdem zuerst immer die Scheide, danach den Analbereich.
  • Tipp 6: Reinige die Analregion nach dem Stuhlgang von vorne nach hinten. So können die Bakterien aus dem Darm nicht in die Nähe von Scheide und Harnröhre gelangen.