Das Rollenspiel beim Sex – die andere Art der Verführung

Zusammenfassung

Ist Dein Sexualleben etwas eingerostet? Das kann schon mal passieren. Gerade in einer Langzeitbeziehung schleicht sich irgendwann die Routine ein. Doch dies muss kein Schicksal sein. Bringt etwas frischen Wind zwischen die Schenkel – mit dem Klassiker: heiße Rollenspiele. Lerne Deine:n Partner:in ganz neu kennen – etwa als Ärzt:in, Polizist:in oder Universitätsprofessor:in. Natürlich darfst auch Du Dich verwandeln. Welche Rolle wolltest Du schon immer einnehmen? Wir verraten Euch einige der schlüpfrigsten Rollen zum Hineinschlüpfen.

Welchen Sinn haben sexuelle Rollenspiele?

Der Reiz des Neuen

Das liegt doch auf der Hand, oder? Ziel von sexuellen Rollenspielen ist es, die Routine zu durchbrechen und neuen Schwung in eingefahrene Sexpraktiken zu bringen. Etwas Neues auszuprobieren, ist nun mal aufregend. In Sachen Sex macht das Neue den:die Partner:in wieder aufregend, interessant. Es gibt Untersuchungen, in denen man herausgefunden hat, dass es die Beziehung sogar festigt, wenn ein Paar miteinander immer wieder Neues ausprobiert.

Das Ablegen fester Alltagsrollen

Der Ausbruch aus den gewohnten Rollen mit den entsprechenden Machtgefällen ist ebenfalls ein erwünschter Effekt von Rollenspielen. Der Vorstandschef etwa ist mal ganz froh, wenn er jegliche Verantwortung abgeben kann und die Entscheidungen einer anderen Person (zum Beispiel der Domina) überlassen darf. Die strenge Ehefrau darf in diesem Spiel mal ihre laszive und obszöne Seite zeigen und den:die Partner:in selbstbewusst an die Kandare nehmen. Diese Rollenwechsel bewirken, dass der:die Partner:in vom veränderten Charakter des:r anderen überrascht ist. Dies erzeugt eine erotische Spannung, die Ihr förmlich als Knistern in der Luft wahrnehmen könnt.   

Der Reiz des Verbotenen

Natürlich ist es bei Rollenspielen auch der Reiz des Verbotenen, der das Ganze zu einer heißen Sache macht. In der Realität ist es im höchsten Maße unmoralisch, wenn sich Personal und Patient:in, Student:in und Professor:in oder Polizist:in und Täter:in sexuell miteinander vergnügen. Dies verstößt gegen sämtliche Regeln des Anstands. Das macht das Rollenspiel natürlich umso aufregender. Mit verbundenen Augen und in Handschellen dem:r Partner:in ausgeliefert zu sein. So von ihm:r genommen zu werden. Vielleicht noch per Peitsche gezüchtigt zu werden. Das ist definitiv unanständig und vielleicht auch für Euch verdammt heiß?

Was braucht Ihr für das sexuelle Rollenspiel?

Kreativität und Mut zum Ins-Fettnäpfchen-treten

Das wichtigste bei Rollenspielen ist: Kreativität. Eure Vorstellungskraft leitet Euch durch Eure sexuellen Sessions. Sind die Rollen erstmal festgelegt, denkt Ihr Euch eine passende Geschichte dazu aus. Denn auch hier braucht Ihr ein Vorspiel und natürlich eine schlüssige Handlung, die Euch einander näher und letztlich zum Sex bringt. Lasst Eurer Fantasie freien Lauf. Das erfordert etwas Übung. Seid nicht enttäuscht, wenn es zunächst noch nicht so rund läuft. Tipp: Wenn Ihr nicht weiterwisst oder Euch ein peinlicher Fehler unterläuft – einfach weglachen. Schließlich seid Ihr keine Profis und es ist ja auch kein Wettbewerb, bei dem der:die Sieger:in eine Medaille erhält. Probiert Euch einfach aus und nehmt das Ganze bloß nicht so ernst.   

Wenn Fantasie nicht so Eure Sache ist, schaut Euch vor dem Sprung ins kalte Wasser erotische Filme an. Denn diese können Euch prima zu einer möglichen Handlung inspirieren.

Vertrauen in den:die Partner:in

Um sich dem:r Partner:in beim Rollenspiel völlig hingeben zu können und sich zu 100 Prozent auszuliefern, braucht es neben Mut auch Vertrauen. Daher bieten sich flüchtige Bekanntschaften wie ein One-Night-Stand eher weniger für ein Rollenspiel an. Besser geeignet sind dafür Beziehungen, in denen Ihr Euch den Charakter des:r anderen bereits genau anschauen konntet – längere Beziehungen also. Würdet Ihr für den:die andere:n die Hand ins Feuer legen – dann Film ab! Und womöglich Handschellen an!    

Das passende Outfit

Zwar sind Kostüme für Rollenspiele nicht zwingend nötig, sie helfen allerdings dabei, die jeweilige Rolle glaubwürdiger erscheinen zu lassen und beflügeln noch dazu Eure Fantasie. Entweder kauft Ihr dafür passende Utensilien im Online-Sexshop ein oder Ihr kramt in Eurer Faschingskiste, ob sich etwas Passendes findet. Vielleicht gibt es dort sogar ein Cowboy- oder Häschen-Kostüm, aus dem Ihr etwas machen könnt.

Für alltägliche Rollen wie z.B. Chef:in und Assistent:in oder Ärzt:in und Patient:in reicht bestimmt schon ein Blick in den Kleiderschrank aus. Mit Anzug, Krawatte und Rock-Bluse-Kombi kommt Ihr hier schon sehr weit. Die Domina muss auch nicht unbedingt in Lack-Leder-Kostümierung aufmarschieren. Vielleicht findet sich noch ein schickes Dessous, vorgesehen für lauschige Nächte zu zweit? Und todschicke High-Heels? Schlüpfst Du in die Rolle des Putzteufels, darfst Du auch gern die Küchenschürze zur Putztracht erklären. Und irgendwo lässt sich doch bestimmt auch noch eine Fliegenklatsche zur Züchtigung unartiger Bettgenoss:innen auftreiben, oder?

Die beliebtesten Rollen beim Rollenspiel

Es gibt bestimmte Rollen, die einfach Klassiker sind. Sie werden in hiesigen Schlafzimmern besonders gern ausprobiert. Dabei ist es grundsätzlich egal, wer in welche Rolle schlüpft. Der dominante Part muss nicht immer von derselben Person gespielt werden. Der Reiz besteht oft – wie erwähnt – gerade darin, die Machtverhältnisse des Alltags einmal umzukehren. Zu den beliebtesten Rollen gehören:

  • Stripper:in und Besucher:in
  • Ärzt:in und Patient:in
  • Polizist:in und Täter:in
  • Domina:us und Untergebene:r
  • Butler und Hotelgast
  • Chef:in und Assistent:in
  • zwei Fremde an der Bar
  • Steward:ess und Flugreisende:r
  • Handwerker:in und einsame:r Hausfrau:mann
  • Professor:in und Student:in

Stripper:in und Besucher:in

Lasziver Umgang mit den eigenen Reizen: Welchem:r Partner:in gefällt das nicht? Ein:e flüchtig bekleidete:r, sich vor den Augen rekelnde:r Körper, der mit seinen erotischen Reizen spielt? Wenn Du einigermaßen Deine Hüften schwingen kannst, bringe Deine:n Partner:in in der Rolle der:s Stripper:in auf Hochtouren. Ziehe Dir sexy Unterwäsche an, suche Dir ansprechende Musik aus und los gehts. Vergiss nicht, Deinem Schatz alle entscheidenden Stellen auch mal aus nächster Nähe zu präsentieren. Es wird ihn:sie um den Verstand bringen, die Finger von Dir lassen zu müssen. Wenn Du nicht weißt, wie Du Dich beim Strippen bewegen sollst, schaue Dir vorher nochmal einen entsprechenden Film an.

Ärzt:in und Patient:in

Der regelmäßige Check-Up bei Deinem:r Ärzt:in ist sehr wichtig. Schlüpf doch zur Abwechslung mal selbst in die Rolle eines:r Ärzt:in im Kittel – mit nichts darunter. Schnappe Dir Deine:n Partner:in und horche ihn:sie mit dem Stethoskop gründlich ab. Und: Schlägt das Herz kräftig? Vielleicht hat Dein:e Patient:in tiefersitzende Bauchschmerzen zu beklagen. Gern darf der:die Doktor:in diese gründlich untersuchen – sobald er:sie sich untenherum freigemacht hat, versteht sich. Auch bei diesem Rollenspiel dürft Ihr je nach Gusto den Rollentausch wagen. Denn die Gesundheit beider Partner:innen ist natürlich gleich wichtig.

Polizist:in und Täterin:in

Der:die Täter:in ist flüchtig? Dann musst Du als treue:r Staatsdiener:in natürlich die Verfolgung aufnehmen. Schließlich gilt es, unschuldiges Leben zu beschützen. Wirst Du den:die Sträfling erwischen und ihn:sie in Deinen Handschellen abführen? Bestimmt. Dann musst Du den:die Täter:in im Verhörraum auch ordentlich in die Mangel nehmen und ihm:ihr zeigen, was mit bösen Gesetzesbrecher:innen in der Regel passiert. Mach schon mal die Peitsche startklar und lege ihm:ihr Handschellen an.

Domina:us und Untergebene:r

Dies ist für viele Paare die wohl heißeste Sexrolle. Sich dem:r Partner:in völlig auszuliefern oder als dominierender Part die alleinige Kontrolle über den Ablauf des Liebesspiels zu haben, ist einfach irre erotisch. Da kochen sämtliche Sexualhormone richtig hoch. Wenn Dir diese Rolle eine Nummer zu groß ist, kein Problem. Nicht jede:r muss sich für die Rolle der:s kühlen Domina:us begeistern. Wenn Du es einfach mal ausprobieren möchtest, vergiss nicht, Dir entsprechende Hilfsmittel wie Peitsche, Handschellen etc. zu besorgen. Ganz wichtig: Klärt vor dem Spiel, wie weit Ihr gehen wollt und welche Praktiken Ihr integrieren wollt. Vereinbart am besten auch Codewörter für: „Das mag ich nicht so“ oder „Sofort aufhören“, damit Euer Spiel nicht durch klare Worte ein jähes Ende findet.

Butler und Geschäftsfrau:mann oder Zimmermädchen und Hotelgast

Du bist auf Geschäftsreise und der Butler oder das Zimmermädchen bringt Dir zur Entspannung ein Glas Sekt auf Dein Zimmer? Perfekt! Vielleicht möchtet Ihr Euch ja zusammen etwas entspannen, nach Deinem anstrengenden Geschäftstag würde Dir das guttun. Frage den Butler oder das Zimmermädchen, ob er:sie Dir gewisse Gefälligkeiten erweisen kann. Mitunter hat er:sie nichts dagegen, Dir die Trauben in den Mund oder auf andere Stellen Deines Körpers zu legen. Wenn er:sie sich nicht traut oder ziert, solltest Du ihn:sie ermuntern und gewisse Einblicke gewähren. So ist das „ja“ vorprogrammiert…

Zwei Fremde an der Bar

Besonders reizvoll ist das Rollenspiel der zwei Fremden, die sich „zufällig“ an der Bar kennenlernen. Schlüpft zum Beispiel in die Rolle des:r toughen Geschäftsmann:frau und des:r sensiblen, aber mittellosen Künstler:in. Denkt Euch einen möglichen Dialog zwischen diesen beiden entgegengesetzten Lebensstilen aus und schaut, wie Ihr zum Ausdruck bringen könnt, dass sie sich anziehend finden. „Darf ich Ihnen einen Drink ausgeben?“, wäre ein möglicher Einstieg in dieses Gespräch. Besonders gut funktioniert dieses Rollenspiel, wenn Ihr Namen, Beruf, Alter, sozialen Status und Biografie abändert. Denn dadurch bekommt Ihr den Eindruck, Euch wirklich mit einer ganz anderen Person zu unterhalten. Erzählt von Eurem „Job“ und aus Eurem Leben und schafft so eine Basis für alles, was da kommen mag.

Steward:ess und Geschäftsmann:frau

Oder wie wäre es mit der Rolle des:r freundlichen Steward:ess, die jedem Fluggast stets zu Diensten ist? Vielleicht kann er:sie ja zu einem Fluggast (Deinem:r Partner:in) besonders nett sein und ihm:r einen speziellen Gefallen erweisen? Schließlich kann er:sie nach einem Unfall nicht mehr so gut laufen und braucht jemanden, der ihn:sie zur Toilette geleitet. Das Herunterziehen der Kleidung bedarf dabei fremder Hilfe… Das hilfsbereite Personal wird diesen delikaten Gefallen doch gerne erfüllen? Und wie sieht es mit der höflichen Bitte nach gemeinsamen Freuden auf der Toilette aus?

Chef:in und Assistent:in oder Angestellte:r

Ebenfalls ein Klassiker: das Rollenspiel Chef:in und Sekretär:in. Stell Dir vor, Du arbeitest als Sekretär:in und hast bei einer wichtigen Aufgabe einen großen Fehler gemacht. Dein:e Chef:in ruft Dich in sein:ihr Büro und stellt Dich zur Rede. Natürlich musst Du diesen Fehler wieder gutmachen, indem Du Deine:n Chef:in nach dieser herben Enttäuschung wieder aufrichtest. Zur Strafe musst Du Dich seinem:ihrem Willen beugen, gleich hier auf dem Schreibtisch…

Natürlich könnt Ihr die Rollen tauschen und Du bist Chef:in. Dann zitierst Du eben den:die einfache:n Angestellte:n in Dein Büro und machst ihn:sie wegen seines:ihres groben Schnitzers zur Schnecke. Denn dieser Unzulänglichkeit ist nur auf eine Weise beizukommen. Tipp: Setzt gerne entsprechende Hilfsmittel, sprich Sextoys, ein.

Handwerker:in und einsame:r Hausfrau:mann

Diese Rolle schreit förmlich nach Umsetzung: Hausfrau:mann und des muskelbepackten Handwerkers oder der geschickten Handwerkerin. Dazu erwartest Du als einsame:r und zu Tode gelangweilte:n Hausfrau:mann – weil Dein:e erfolgreiche:r Partner:in nie Zuhause ist – den:die Retter:in mit Werkzeugkasten. Das Abflussrohr ist mal wieder verstopft? Natürlich sieht der muskulöse Dreamboy aus dem GQ-Magazin oder die heiße Schnitte aus dem Playboy gerne für Dich nach, was da los ist. Aber natürlich nur, wenn Du ihm:r eine klitzekleine Gefälligkeit erweist. Gern darfst Du als Gegenleistung auch mal Rohrzange, Lötkolben oder die Lüsterklemmen anfassen. Diese Utensilien sind schließlich immer dabei…

Professor:in und Student:in

Und last but not least: Die heiße Vorstellung, wie der:die Uniprofessor:in und der:die Student:in das Tabu brechen und im Lehrerzimmer übereinander herfallen. In Amerika droht dem Prof bei dieser Grenzüberschreitung eine Gefängnisstrafe. Umso aufregender die Fantasie, diese Grenze zu übertreten.

Lass Deine:n Prof über ein x-beliebiges Thema schwadronieren. Deine Aufgabe ist es, interessiert zuzuhören (oder zumindest so zu tun) und ihm:r dabei schöne Augen zu machen. Spiele mit Deinen Reizen. Zunächst versucht der:die Professor:in anstandshalber noch, wegzusehen. Doch bei all diesen Anzüglichkeiten – Dein Finger gleitet in Deinen Mund, die Knöpfe Deiner Bluse oder Hose gehen auf, wodurch ein tiefer Einblick ins Dekolleté oder auf den oberen Intimbereich gewährt wird, Du wirfst Luftküsse zu oder fährst mit Deiner Zunge vielsagend über Deine Lippen – kann er:sie irgendwann nicht mehr an sich halten. Er:sie muss Dich unverzüglich auf Deinem Pult vernaschen.