Dirty Talk: Warum verbotene Verse die sexuelle Lust steigern

Zusammenfassung

Lets talk about Sex, Baby! Oder eher: Lets talk dirty about Sex, Baby. Schmutzige Worte während des Liebesspiels können eine echte Bereicherung fürs Sexualleben sein. Vorausgesetzt, Du findest die richtigen Worte. Und: Du und Dein:e Partner:in wollen diese auch hören. Probiere es einfach mal aus. Natürlich nur, wenn Du Dich mit dem Schmuddel-Vokabular anfreunden kannst. Wir verraten Dir, worauf es beim Dirty Talk ankommt und warum ein wenig Schmutz zwischen Euren sauberen Laken nicht schaden kann.

Was ist Dirty Talk?

Dirty Talk heißt übersetzt „schmutziges Gerede“ oder „schmutziges Gespräch“. Es findet vor dem Sex oder während des Liebesspiels statt, um den:die Sexualpartner:in in seiner:ihrer sexuellen Lust zu beflügeln. Dabei richten beide Partner:innen unsittliche erotische Reizwörter oder erotisch aufgeladene Sätze an den:die andere:n. Mann und Frau können durch die unanständigen Äußerungen so zusätzlich zu den Handlungen sexuell stimuliert werden. 

Dirty Talk beim Sex: Ist der schmutzige Sextalk was für Dich?

Bevor Du Deine:n Partner:in mit obszönem Vokabular überhäufst, teste vorab, ob dies überhaupt sein:ihr Ding ist. Dabei kannst Du Dich übrigens auch gleich selbst fragen, ob Dich schmutziges Gerede antörnt oder Dir einfach nur die Schamesröte ins Gesicht treibt. Probiere zunächst eine harmlosere Variante des Dirty Talk aus und taste Dich dann Schritt für Schritt zum Eingemachten vor. Sage etwa: „Schlaf mit mir“ oder „Nimm mich jetzt“ und schaue, wie Dein:e Partner:in reagiert. Hast Du das Gefühl, Ihr beide steht drauf und wollt weiter gehen, sei mutig und wage ein „Fick mich!“ oder ein „Besorg’s mir!“

Probiere einfach verschiedene Sprüche aus und schaue, wo bei Dir und Deinem:r Partner:in die Grenzen der Obszönität verlaufen. Wenn Ihr mit Dirty Talk noch keine Erfahrung habt, seht Euch vor. Schnell kann etwas Verletzendes zum:r Partner:in gesagt werden. Und das ist nicht Sinn und Zweck der Sache.

Ach ja, und dass Dirty Talk zu Beginn mit Scham behaftet ist, ist auch nicht verwunderlich. Schließlich verstößt es gegen alle von uns im Laufe des Lebens erlernten Anstandsregeln. Schaut, ob Ihr diesen Zensor im Kopf ausstellen könnt oder ob dieser gar zu mächtig ist. Wenn Du auch im Bett weiterhin lieber sauber statt schmutzig daherreden möchtest, auch nicht weiter schlimm. Nicht jede:r muss den skrupellosen Vamp im Bett mimen. Vielleicht probiert Ihr es einfach später noch einmal. Vielleicht mögt Ihr aber auch einfach nur eine softere Variante des Dirty Talk. Dann könnt Ihr zum Beispiel Euren wichtigsten Sexualorganen eigene Namen geben oder spielerisch einen fremdländischen Akzent nachahmen, der Euch gefällt. Fühlt Euch hier auf keinen Fall unter Druck gesetzt und folgt dem Motto: Alles kann, nichts muss.

Welche Spielarten des Dirty Talk gibt es?

Dirty Talk ist nicht gleich Dirty Talk. Auch beim Sextalk gibt es eine große Bandbreite möglicher Ausdrucksformen und Intensitäten. Der:die eine mag es eher streng, hart und erniedrigend. Der:die andere möchte das Ganze vielleicht lieber mit mehr Humor und Witz angehen. Ihr könnt selbst bestimmen, wie Euer Dirty Talk beschaffen sein soll. Wer wen streng verbal zur Briefmarke macht, kann variieren. Ebensowenig muss der dominierende Part den:die Partern:in mit einem unendlichen Schwall vulgärer und sexistischer Ausdrücke überschütten. Dirty Talk kann ganz unterschiedlich beschaffen sein, zum Beispiel so:

  • witzig-erotisierend (wenn Du einen fremden Akzent | Dialekt wie Französisch oder bayerisch annimmst oder wenn Du in eine Rolle schlüpfst, z. B. in die des Pflegepersonals, das erstmal nachsehen muss, wie es dem:r Patient:in geht)
  • verrucht-unanständig, aber mit einem Augenzwinkern
  • originell und fantasievoll (wenn Ihr Euer eigenes Vokabular einbaut, Eure eigene Betonung und Euren eigenen Stil findet)
  • unmoralisch (politisch nicht korrekt)
  • obszön (mit derbem, „versautem“ Vokabular)
  • hart (wenn Du klare Reizworte wie „Möse“ oder „ficken“ benutzt)
  • erniedrigend
  • bestrafend

Findet Euren eigenen Stil

Diese breite Palette an Dirty Talk steht Euch im Bett zur Verfügung. Ob Ihr eher auf das harte, schlichte Vokabular anspringt oder auf den fantasievollen-poetischen Stil abfahrt, könnt Ihr nur durch trial and error herausfinden. Fühlt Euch frei. Eurer Fantasie sind auch im Bett keine Grenzen gesetzt. So können Mann und Frau den Geschlechtsteilen des:r Partner:in ausgedachte Namen geben (z. B.: „Ich trinke nun den Saft Deiner Auster“).

Auch schön: Sexgeschichten. Erfinde eine erotische Geschichte, in der Ihr beide die Hauptdarsteller seid. Beschreibe ausführlich, was Du alles mit ihm:r anstellen willst, sobald Du ihn:sie zwischen die Finger kriegst. Auch passende Filmzitate sind geeignet, um sie im Bett zum Besten zu geben. Und wenn es schiefgeht, gibt es ja immer noch den Humor. Lacht über Euren misslungenen Dirty Talk, um die Scham abzubauen. Und dann probiert Ihr einfach munter weiter aus. Vielleicht schlüpfst Du mal in die Rolle der sinnlichen Französin, bei der es „so schön at geprigelt im Bauchnabell“. Du darfst Dir sicher sein: Der französische Akzent gilt noch immer als der erotischste von allen.

Warum entfacht Dirty Talk das Feuer der Lust?

Doch warum bringt Dirty Talk die Sexualhormone zum Tanzen? Warum macht es einen Mann heiß, wenn ihm seine Frau schmutzige Worte entgegenraunt – und umgekehrt? Das Geheimnis liegt in unserer Erziehung begründet. Und in dem bereits erwähnten Sprachzensor im Kopf. Haben wir ein sprachliches Tabu wie „Fick mich!“ erkannt, schrillen dessen Alarmglocken bis zum Anschlag. Wir haben etwas Verbotenes wahrgenommen. Und genau darin besteht der Reiz – im Übertreten festgezurrter, anerzogener Grenzen. Das sexuelle Zentrum im Gehirn springt direkt an. Die Hormone kommen in Wallung. Die Folge der Hormonflut: maximale Lust und Erregung.

Es gilt, die Sprachzensur im Kopf abzustellen

Von Kindesbeinen an haben wir gelernt, mit anderen Menschen respektvoll zu reden. Dirty Talk ist praktisch das Gegenteil davon. Um diese Sprache zu verwenden, müssen wir also zunächst erstmal alle Regeln des Anstands über Bord werfen. Dazu gehört auch, dass wir den sprachlichen Zensor im Kopf ausschalten, der unser gesprochenes Wort auf Einhaltung der sozialen Norm prüft. Wenn Dir Dirty Talk also zunächst unangenehm ist, kein Wunder. Das kommt genau daher. Wir wissen, dass etwas unanständig ist und tun es trotzdem, weil wir spüren, dass es heiß ist. Dieser Zwiespalt treibt uns gleichermaßen die Schamesröte und die Erregungsröte ins Gesicht.

Versuche also, diesen Zensor im Kopf zu überhören, ihn bewusst abzuschalten. Dann klappt es auch mit dem Dirty Talk. Denk dran: Auch hier ist noch kein:e Meister:in vom Himmel ins Bett gefallen. Mit etwas Übung wird es Dir schon bald gelingen, im Namen der Lust unsittliche Wörter in den Mund zu nehmen.

Dirty Talk Tipp 1: Beziehe Dich beim Sextalk direkt auf Deine:n Partner:in

Heißer Tipp: Sei beim Sextalk im Bett ganz persönlich! Soll heißen: Beziehe alles auf Deine:n Partner:in. Lobe Deine:n Liebste:n ausgiebig. Entweder für das, was er:sie tut oder für das, was er:sie zu bieten hat. Du wirst sehen, das wird voll einschlagen. Denn wenn er:sie hört: „Du machst mich so feucht“, „Du küsst so gut“ oder „Ich liebe Deinen großen Schwanz“, dann fühlt er:sie sich begehrt. Und wer sich heiß fühlt, bei dem glühen auch bald die Drähte durch vor Erregung. Genauso ist ein lobendes „So hat es mir noch kein:e andere:r besorgt“ ein echter Aufrichter in Sachen Selbstbewusstsein. Alternative: Du pickst Dir drei Lieblingskörperstellen Deines:r Partner:in heraus und beschreibst detailliert, wie Du sie verwöhnst. 

Dirty Talk Tipp 2: Einfordern statt nett darum bitten

Auch wenn Du sonst meist nett bist: Sei es bitte nicht beim Dirty Talk. Warum? Ganz einfach: Nett-sein ist nicht erregend. Lege Deine freundliche soziale Maske für die Zeit des Stelldicheins beiseite und übe Dich darin, unartig zu sein. Fordere klar ein, was Du von Deinem:r Partner:in willst. Faustregel: Ein „Ich will“ ist einem „Ich würde gern, dass Du…“ immer vorzuziehen. Halte es sprachlich schlicht und vermeide unbedingt Höflichkeitsfloskeln und Fragen. Hole stattdessen den Imperativ hervor und erteile mutig einen Befehl nach dem anderen! Ein dominantes „Schlaf mit mir“ oder ein eigensinniges „Massiere meine Nippel“ weckt mehr Lust als ein ödes „Wollen wir miteinander schlafen?“

Dirty Talk Tipp 3: Kurze Reizwörter haben großen Effekt

Schwinge beim Dirty Talk keine großen Reden, sondern sprich Klartext. Denn beim Sextalk haben sich kurze erotische Reizwörter als besonders luststeigernd erwiesen. Jeder kennt sie, doch keinem kommen sie leicht über die Lippen. Wörter wie „ficken“, „Schwanz“, „Muschi“, „Möse, „Arsch“, „vögeln“, „rammeln“ oder „Titten“ sind zwar obszön und unschicklich. Aber der sexuellen Lust und Erregung sind sie durchaus zuträglich. „Hure“, „Miststück“ oder „Schlampe“ sind zwar ebenfalls Klassiker beim Dirty Talk, doch haben diese Worte eine sexistische Qualität und können als verletzend empfunden werden.

Dirty Talk Tipp 4: Schmutzig, aber bitte mit Stil – Diese Dirty Talk Sprüche sind tabu

Was beim Dirty Talk gar nicht geht, ist, wenn Du etwas sagst, das Du nicht meinst. Wenn Du zu Deinem:r Partner:in zum Beispiel sagst: „Dein Schwanz ist so riesig“ oder „Deine Brüste sind gigantisch“, dabei ist ganz offensichtlich eher das Gegenteil der Fall, ist dies kein Anheizer, sondern ein Lustkiller. Suche Dir ein Kompliment, das stimmig ist. So kann er:sie es auch glauben und in vollen Zügen genießen.

Auswendig gelernte Sätze sind ebenfalls ein No-Go. Nur weil Du mal etwas in einem Film gehört hast, muss es nicht unbedingt für Euch passen. Dein Schatz wird hören, ob Du das Gesagte ehrlich meinst oder den Satz lediglich irgendwo aufgeschnappt hast und mal zum Besten geben wolltest.

Auch animalische Betitelungen sorgen eher für Flaute denn für strammen Wind im Bett. „Du bist so wild wie ein Tiger“, „mein wilder Hengst“ oder „meine temperamentvolle Stute“ könnt Ihr höchstens aus dem Hut hervorzaubern, wenn Ihr Euren Dirty Talk etwas auflockern wollt. Ansonsten will man bei so vielen wilden Tieren eher Reißaus nehmen.

Auch Verniedlichungen bringen die Flammen der Leidenschaft ganz schnell zum Erliegen. Bezeichnungen wie „Deine süßen Titties“, „Dein Möschen“ oder „Dein Lümmelchen“ lässt Du besser sein, wenn Du willst, dass Euer Liebesspiel noch weitere Akte hat.  

Dirty Talk Tipp 5: Lust entfachen mit erotischen Geschichten

Denke Dir für den Dirty Talk eine erotische Geschichte aus. Suche Dir dafür einen schönen Ort – etwa den Wald – aus und beschreibe Deinem:r Liebsten, wie Du ihn:sie an diesem verführen würdest. Die Geschichte könnte zum Beispiel so lauten: „Ich denke daran, wie ich an einem Baum lehne und Du vor mir stehst. Deine Hände knöpfen meine Bluse auf und umfahren sanft meine Brüste. Dann – plötzlich – reißt Du mir meinen BH vom Leib und leckst meine aufgerichteten Nippel. Dann drehst Du mich schnell um und nimmst mich richtig hart von hinten. ‚Besorg es mir, aber so richtig‘, raune ich und da habe ich sein bestes Stück auch schon tief in mir drin.“

Deine Erotikgeschichte kannst Du Deinem Schatz live oder durch das Telefon erzählen, wenn er:sie noch am Arbeitsplatz ist. Das wird ihm:r garantiert den Arbeitstag versüßen. Es reicht natürlich auch ein kurzes: „Heute Abend will ich Dich ganz tief in mir spüren.“ Alternativ schreibst Du ihm:r eine kurze erotische Nachricht aufs Smartphone. Sexting (die Kombination aus „Sex“ und „Texting“, also Texten) ist sehr beliebt und kann dem:r Partner:in auch über die Distanz hinweg Lust bereiten oder die Vorfreude auf das Kommende erhöhen. Gerne darfst Du auch hier beschreiben, wie Du Dir das abendliche Techtelmechtel konkret vorstellst. Wichtig: Beschreibe Deine Gedanken ausführlich. Ein einfaches „Ich denke gerade daran, wie wir Sex haben“, bringt niemanden um den Verstand. Für ein knisterndes Erotikgefühl brauchen wir Bilder, starke Bilder.  

Dirty Talk: Beispiele

Untersuchungen zufolge gibt es bestimmte Sprüche, die Frau und Mann besonders die Sinne benebeln können. Dazu gehören folgende Dirty Talk Beispiele:

  • Ich will, dass du kommst.
  • Fick mich hart.
  • Besorg es mir richtig.
  • Ich brauche Dich jetzt wirklich.
  • Darauf habe ich schon den ganzen Tag gewartet.
  • Ich will Deine Finger in mir spüren.
  • Du machst mich ganz feucht.
  • Ich will dich so lecken, wie noch nie.
  • Mache mit mir, was du willst.
  • Ich kann es kaum erwarten, bis ich Dir die Klamotten vom Leib reißen kann.
  • Ich liebe es, wie hart | weich Du Dich anfühlst.
  • Du machst mich so geil.